2000 W
40 cm
-12 / +6 mm
12,8 kg
Elektro Vertikutierer & Lüfter IEVL 1840
1800 W
40 cm
-12 / +6 mm
12,8 kg
1800 W
38 cm
-12 / +5 mm
12,0 kg
36 V
36 cm
-12 / +10 mm
10,5 kg
40 V
40 cm
-12 / +3 mm
11,0 kg
40 V
32 cm
-9 / +3 mm
9,5 kg
Drei Annahmen über den Vertikutierer, die deinem Rasen schaden
Ein Vertikutierer schneidet mit rotierenden Messern senkrechte Schlitze in die Grasnarbe und holt dabei abgestorbenes Material heraus. Genau dieser Vorgang kippt, sobald die Messer zu tief stehen: Statt Filz zu entfernen, zerschneiden sie lebende Ausläufer. Die folgenden drei Annahmen sind der häufigste Grund dafür, dass eine Fläche nach der Arbeit schlechter aussieht als vorher.
Diese Annahme führt fast immer zu einer aufgerissenen Narbe. Wer die tiefste Raste wählt, gräbt in den Boden statt in den Filz.
Der Verstellbereich der sechs Geräte reicht von -12 bis +10 mm. Negativ heisst: Die Messerspitzen laufen unterhalb der Oberkante der Narbe. Für den ersten Durchgang genügen 2 bis 3 mm im negativen Bereich — die zentrale Tiefeneinstellung arbeitet gerastert, fünffach bei fünf der sechs Geräte und vierfach beim schmalsten Modell, sodass du eine einmal gefundene Stellung exakt wiederfindest.
Nach dieser Logik landen Geräte monatlich auf der Fläche, oft schon ab März und bis in den Oktober hinein.
Jeder Durchgang ist ein gezielter Eingriff in die Grasnarbe, kein Pflegeschnitt. Ein gepflegter Zierrasen kommt mit einem Termin im Frühjahr aus, ein stark beanspruchter Gebrauchsrasen mit zwei — Frühjahr und Spätsommer. Das Belüften mit der Federzinkenwalze darfst du dagegen deutlich öfter fahren, weil dabei keine Schnitte entstehen.
Weil beide Begriffe im Gerätenamen nebeneinanderstehen, wirken sie wie Synonyme.
Die Vertikutierwalze trägt je nach Arbeitsbreite 14 bis 20 Messer und schneidet. Die Lüfterwalze trägt 24 bis 48 Stahlfederzinken und kämmt die Narbe nur durch. Alle sechs Geräte sind Kombigeräte und wechseln werkzeuglos zwischen beiden Walzen — die Unterscheidung ist deshalb keine Kaufentscheidung, sondern eine Bedienentscheidung vor jedem Einsatz.
Was Rasenfilz ist und woran du ihn erkennst
Rasenfilz ist die Schicht aus abgestorbenen Halmen, liegen gebliebenen Mährückständen und alten Wurzelausläufern, die sich zwischen der grünen Narbe und dem Boden sammelt. Sie entsteht in jeder Rasenfläche, weil organisches Material schneller anfällt, als die Bodenlebewesen es abbauen. Solange die Schicht dünn bleibt, ist sie sogar nützlich: Sie bremst die Verdunstung und federt Tritte ab. Kritisch wird sie erst, wenn sie so dicht wird, dass Regenwasser nicht mehr durchkommt.
Der einfachste Test kostet zehn Sekunden. Drück die Halme mit den Fingern auseinander und taste bis auf den Boden. Fühlst du eine trockene, schwammige Matte, bevor du Erde erreichst, ist Filz vorhanden. Genauer wird es mit einem Spatenstich: Stich ein Stück Narbe etwa 10 cm tief aus und sieh dir das Profil von der Seite an. Der Filz zeigt sich als hellbraunes bis graues Band direkt unter dem Grün, und du kannst seine Stärke am Spatenblatt ablesen.
Als Faustwert gilt: Bis etwa 5 mm Stärke ist die Schicht unproblematisch, ab rund 10 mm hält sie Wasser und Luft messbar zurück. Ein Rasen mit zu dickem Filz zeigt drei typische Anzeichen — Pfützen, die nach Regen ungewöhnlich lange stehen, Moos in den schattigen Bereichen und ein graugrüner Farbton trotz Düngung. Die Wurzeln wachsen dann flach im Filz statt im Boden, und genau deshalb bricht ein solcher Rasen in der ersten Trockenperiode ein.
Die Stellgrösse, über die alles entscheidet
Arbeitstiefe bedeutet: Wie weit stehen die Messerspitzen im Verhältnis zur Oberkante der Grasnarbe? Ein negativer Wert heisst, die Messer arbeiten unterhalb dieser Linie, ein positiver Wert heisst, die Walze läuft darüber und berührt den Boden nicht. Alle sechs Geräte stellen diese Höhe zentral über einen Hebel ein, sodass alle Messer gleichzeitig wandern — du richtest also nicht vier Räder einzeln aus.
Der negative Bereich ist der Arbeitsbereich fürs Vertikutieren, und er endet bei allen Geräten spätestens bei -12 mm. Diese Tiefe brauchst du in der Praxis fast nie. Sinnvoll sind 2 bis 3 mm unter der Narbe auf gepflegten Flächen und höchstens 5 mm auf stark verfilzten. Tiefer eingestellt schneiden die Messer nicht mehr Filz, sondern die flachen Ausläufer, aus denen der Rasen nachwächst.
Der positive Bereich gehört zum Lüften. Dort soll die Federzinkenwalze nur die Halme durchkämmen und den Filz aus der Narbe ziehen, ohne die Bodenoberfläche zu berühren. Je weiter ein Gerät nach oben stellbar ist, desto feiner lässt sich das dosieren: Ein Bereich bis +10 mm erlaubt es, dieselbe Fläche über die Saison mehrfach nur oberflächlich durchzukämmen, während Geräte mit +3 mm dafür eine kürzere Skala haben.
- Akkugerät, 320 mm Arbeitsbreite
- -9 bis +3 mm, vierfach zentral verstellbar
- Akkugerät, 360 mm Arbeitsbreite
- -12 bis +10 mm, fünffach zentral verstellbar
- Akkugerät, 400 mm Arbeitsbreite
- -12 bis +3 mm, fünffach zentral verstellbar
- Elektrogerät, 380 mm Arbeitsbreite
- -12 bis +5 mm, fünffach zentral verstellbar
- Elektrogeräte, 400 mm Arbeitsbreite
- -12 bis +6 mm, fünffach zentral verstellbar
Vertikutieren und Lüften: zwei Walzen, ein Gerät
Jedes der sechs Geräte arbeitet mit zwei austauschbaren Walzen, die sich ohne Werkzeug tauschen lassen. Das ist der Grund, warum in allen Modellbezeichnungen beide Funktionen stehen. Welche Walze eingesetzt ist, entscheidet über die gesamte Wirkung — die Motorleistung, die Arbeitsbreite und der Fangbehälter bleiben dieselben.
Die Messerwalze schneidet
Auf der Vertikutierwalze sitzen je nach Arbeitsbreite 14 bis 20 feststehende Messer — Edelstahl bei den Akkugeräten, Stahl bei den Kabelgeräten. Sie stehen senkrecht zur Fahrtrichtung und ritzen die Narbe in engen Abständen ein.
Diese Schlitze reissen den verfilzten Bewuchs auf und befördern ihn in den Fangbehälter. Der Eingriff ist wirksam und belastend zugleich — deshalb gilt für ihn die Regel von ein bis zwei Terminen im Jahr.
Alle drei Akku-Modelle ansehenDie Federzinkenwalze kämmt
Auf der Lüfterwalze sitzen 24 bis 48 Stahlfederzinken. Sie sind federnd gelagert, weichen Unebenheiten aus und schneiden nicht. Statt die Narbe zu öffnen, ziehen sie loses Material und Moos zwischen den Halmen heraus, ähnlich einem sehr gründlichen Rechen, nur mit Antrieb.
Weil dabei keine Wunden entstehen, ist das Belüften der schonende Zwischenschritt: Du kannst ihn mehrmals in der Saison fahren. Auf jungen Flächen und im Hochsommer ist er ohnehin die einzig sinnvolle Variante.
Alle drei Elektro-Modelle ansehenDer Wechsel dauert wenige Minuten: Fangbehälter abnehmen, Verschluss lösen, Walze herausheben, zweite Walze einsetzen. Bewahr die nicht benutzte Walze trocken auf — die 24 bis 48 Federzinken sind aus Stahl und setzen bei feuchter Lagerung Flugrost an.
Alle sechs Modelle im Vergleich
Die Gemeinsamkeiten vorweg: Alle sechs Geräte sind Kombigeräte mit werkzeuglosem Walzenwechsel, zentraler Arbeitstiefeneinstellung, ergonomischem Holm mit Bügelschalter und klappbarem Führungsholm mit Schnellverschlüssen. Unterschiedlich sind Antrieb, Arbeitsbreite, Verstellbereich, Behältergrösse und Gewicht.
| Modell | Antrieb | Arbeitsbreite | Arbeitstiefe | Fangbehälter | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| IAVL 2-2032 | Akku 40 V (2 × 20 V), 2,0 Ah | 320 mm | -9 bis +3 mm | 30 l | 9,5 kg |
| IB-SR 36 | Akku 40 V, ohne Akku und Ladegerät | 360 mm | -12 bis +10 mm | 45 l | 10,5 kg |
| IAVL 2-2040 | Akku 40 V (2 × 20 V), 4,0 Ah | 400 mm | -12 bis +3 mm | 40 l | 11,0 kg |
| IEVL 1838 | Netz 230 V, 1.800 W | 380 mm | -12 bis +5 mm | 40 l | 12,0 kg |
| IEVL 1840 | Netz 230 V, 1.800 W | 400 mm | -12 bis +6 mm | 55 l (Fangkorb) | 12,8 kg |
| IEVL 2000 | Netz 230 V, 2.000 W | 400 mm | -12 bis +6 mm | 55 l | 12,8 kg |
Die Arbeitsbreite ist die Zahl, die am häufigsten falsch gelesen wird. Zwischen 320 und 400 mm liegen 80 mm, also ein Viertel mehr Fläche pro Bahn — auf einem offenen Rechteck spart das spürbar Zeit. Auf einer verwinkelten Fläche mit Bäumen, Beeten und Wegkanten kehrt sich der Vorteil um: Das schmalste Gerät wiegt 9,5 kg statt 12,8 kg und kommt zwischen Hindernisse, an denen ein 400er zweimal ansetzen muss. Rechne deshalb nicht mit der Bahnbreite, sondern mit der Zahl der Wendungen.
Beim Fangbehälter reicht die Spanne von 30 bis 55 l, und sie folgt nicht der Arbeitsbreite: Ein 360-mm-Gerät fasst 45 l, ein 400-mm-Gerät 40 l. Vertikutiergut ist voluminös und feucht, deshalb entscheidet das Volumen darüber, wie oft du unterbrichst. Beim Gewicht liegen die Kabelgeräte mit 12,0 bis 12,8 kg über den Akkugeräten mit 9,5 bis 11,0 kg.
Welches Gerät zu welchem Rasen passt
- Wenn dein Rasen nach dem Winter grau und matt wirkt
- Beginn mit der Federzinkenwalze im positiven Bereich und beurteile danach, wie viel Material herauskam. Oft ist die Fläche nur mit Wintermoos zugesetzt, und ein Durchgang mit 24 bis 48 Zinken genügt, ohne die Narbe zu schneiden.
- Wenn das Wasser nach Regen lange auf der Fläche steht
- Hier liegt echter Filz vor, und die Messerwalze ist richtig. Stell 2 bis 3 mm in den negativen Bereich und plane Nachsaat ein — nach einem solchen Durchgang ist die Narbe sichtbar offen. Ein Behälter ab 45 l erspart dir viele Leerfahrten.
- Wenn deine Fläche viele Bäume, Beete und Kanten hat
- Nimm die schmale Bauart mit 320 mm. Sie wiegt 9,5 kg, lässt sich um Hindernisse herumziehen und wendet auf kleinem Raum. Der Fangbehälter fasst dann 30 l, was auf kleinen verwinkelten Flächen selten stört.
- Wenn keine Steckdose in Reichweite ist
- Die drei Akkugeräte laufen auf 40 V und arbeiten mit bürstenlosem Motor. Die angegebenen Laufzeiten reichen von 30 bis 80 Minuten im Leerlauf — im Filz unter Last entsprechend weniger. Für grössere Flächen ist der zweite Akkusatz deshalb Teil der Planung.
- Wenn du eine grosse offene Fläche in einem Zug schaffen willst
- Ein Kabelgerät mit 400 mm Arbeitsbreite und 55 l Behälter arbeitet ohne Ladepause durch. 1.800 oder 2.000 W stehen dauerhaft an der Walze an, solange das Kabel reicht — das ist der Unterschied, den man auf mehreren hundert Quadratmetern merkt.
Vertikutieren Schritt für Schritt
-
Kurz mähen
Mäh die Fläche auf etwa 3 cm herunter, ein bis zwei Tage vor dem Termin. Kurze Halme legen den Filz frei, sodass die Messer ihn erreichen, statt sich durch stehendes Gras zu arbeiten. Das Mähgut nimmst du mit, es gehört nicht zusätzlich in den Fangbehälter.
-
Arbeitstiefe einstellen und an einer Ecke probieren
Stell den zentralen Hebel zunächst auf 2 bis 3 mm im negativen Bereich. Fahr zwei Meter an einer Stelle, die von der Terrasse aus nicht zu sehen ist, und sieh dir die Rillen an. Erde in der Rille heisst: eine Raste zurück.
-
In geraden Bahnen fahren
Arbeite in parallelen Bahnen mit leichter Überlappung, so wie beim Mähen. Bleib im gleichmässigen Schritttempo — schneller gefahren ritzen die Messer nur noch punktuell, langsamer schneiden sie tiefer als eingestellt. Beim Wenden das Gerät leicht anheben.
-
Nur bei starkem Filz quer nachfahren
Ein zweiter Durchgang im 90-Grad-Winkel verdoppelt die Zahl der Schnitte pro Quadratmeter. Das ist bei einer Filzschicht ab etwa 10 mm sinnvoll und bei allem darunter zu viel. Stell für die Querbahn nicht tiefer, sondern behalte dieselbe Raste.
-
Material vollständig abräumen
Leere den Fangbehälter, sobald er voll ist — je nach Modell nach 30 bis 55 l — und harke die Fläche danach nach. Was liegen bleibt, ist genau das Material, das du herausholen wolltest, und es verfilzt sonst innerhalb weniger Wochen erneut.
-
Nachsäen und düngen
Die offene Narbe ist der beste Zeitpunkt für Nachsaat, weil die Samen Bodenkontakt bekommen. Säe direkt im Anschluss, halte die Fläche zwei bis drei Wochen gleichmässig feucht und betritt sie in dieser Zeit so wenig wie möglich.
Der richtige Zeitpunkt im Jahr
Der Termin entscheidet mit darüber, ob sich die Fläche wieder schliesst. Vertikutiert wird, wenn der Rasen aktiv wächst und die Bodentemperatur stabil ist — also im Frühjahr nach dem zweiten oder dritten Schnitt und alternativ im Spätsommer. Der Hochsommer scheidet aus, weil die offene Narbe bei Trockenheit nicht zuwächst, der Spätherbst ebenfalls, weil dem Rasen die Wachstumszeit fehlt.
Wer nur einen Termin im Jahr fährt, nimmt das Frühjahr: Der Rasen hat dann die ganze Saison zum Schliessen. Wer im September arbeitet, plant die Nachsaat gleich mit ein, damit die jungen Halme vor dem ersten Frost tragfähig sind. Das Belüften mit der Federzinkenwalze passt in ein breiteres Fenster von März bis Oktober, weil dabei keine Schnitte entstehen.
Vor dem ersten Einsatz
Alle sechs Modelle sind über den klappbaren Führungsholm mit Schnellverschlüssen in wenigen Handgriffen aufgebaut — die Vorbereitung der Fläche dauert länger als die des Geräts.
- Rasen auf etwa 3 cm gemäht und das Mähgut abgeräumt
- Fläche auf Steine, Wurzeln und Kanaldeckel abgesucht — harte Fremdkörper verbiegen die Messer und beschädigen die Walzenlagerung
- Walze geprüft: Sitzt die richtige der beiden Walzen im Gerät, sind alle 14 bis 20 Messer beziehungsweise 24 bis 48 Federzinken unbeschädigt?
- Arbeitstiefe an einer Probestelle kontrolliert, beginnend bei 2 bis 3 mm im negativen Bereich
- Nachsaat und Dünger bereitgelegt, damit die offene Narbe noch am selben Tag versorgt wird
- Boden abgetrocknet — auf nassem Boden reissen die Messer die Narbe heraus, statt sie zu ritzen, und der Fangbehälter setzt sich zu
Bei den Kabelgeräten prüfst du zusätzlich die Kabelzugentlastung am Holm, bevor du startest. Bei den Akkugeräten lädst du beide Akkus vollständig: Die angegebenen Ladezeiten liegen bei etwa ein bis zwei Stunden, je nach Kapazität von 2,0 oder 4,0 Ah.
Häufige Fragen zum Vertikutieren
Wann sollte ich vertikutieren?
Im Frühjahr nach dem zweiten oder dritten Schnitt, üblicherweise in April und Mai, oder alternativ im September. Der Rasen muss aktiv wachsen, damit sich die geöffnete Narbe wieder schliesst. Im Hochsommer und im Spätherbst schadet der Eingriff mehr, als er nützt.
Wie tief muss das Gerät arbeiten?
2 bis 3 mm unterhalb der Narbenoberkante genügen auf gepflegten Flächen, höchstens 5 mm auf stark verfilzten. Der technisch mögliche Bereich reicht bis -12 mm, wird in der Praxis aber fast nie gebraucht. Sichtbare Erde in der Rille ist das Zeichen, eine Raste höher zu gehen.
Wie oft im Jahr vertikutiert man?
Ein- bis zweimal. Ein gepflegter Zierrasen kommt mit einem Termin im Frühjahr aus, ein stark genutzter Gebrauchsrasen mit zwei Terminen, Frühjahr und Spätsommer. Häufiger geschnitten erholt sich die Narbe zwischen den Durchgängen nicht.
Vertikutieren oder Lüften — was brauche ich?
Lüften, wenn oberflächlich Moos und loses Material zwischen den Halmen liegen. Vertikutieren, wenn eine feste Filzschicht den Boden abdichtet und Wasser nach Regen stehen bleibt. Alle sechs Geräte können beides, weil sich die Walzen werkzeuglos tauschen lassen.
Muss ich vorher mähen?
Ja. Mäh ein bis zwei Tage vorher auf etwa 3 cm und räum das Mähgut ab. Kurze Halme legen den Filz frei, sodass die Messer ihn erreichen. In hohem Gras arbeiten die Messer überwiegend in Halmen statt in der Filzschicht.
Was mache ich mit dem herausgeholten Material?
Auf den Kompost. Vertikutiergut ist feucht und dicht, deshalb mischst du es mit grobem Strukturmaterial wie Strauchschnitt, damit die Miete Luft bekommt. Wichtig ist vor allem, dass nichts auf der Fläche liegen bleibt — sonst verfilzt sie innerhalb weniger Wochen erneut.
Muss ich danach nachsäen?
Nach einem Durchgang mit der Messerwalze in der Regel ja. Die Narbe ist dann sichtbar offen, und die Samen bekommen genau den Bodenkontakt, den sie zum Keimen brauchen. Halte die Fläche danach zwei bis drei Wochen gleichmässig feucht. Nach reinem Lüften ist Nachsaat meist nicht nötig.
Bei welchem Wetter sollte ich arbeiten?
Bei abgetrocknetem Boden und bedecktem Himmel. Auf nassem Boden reissen die Messer ganze Narbenstücke heraus, und das feuchte Material setzt den Fangbehälter zu. Bei praller Sonne und Trockenheit trocknet die offene Narbe aus, bevor sie sich schliesst.
Ist Vertikutieren im Herbst sinnvoll?
Bis Ende September ja, danach nicht mehr. Der Rasen braucht nach dem Eingriff mehrere Wochen Wachstum, um die Schnitte zu schliessen. Wer im Oktober oder November arbeitet, schickt eine offene Narbe in den Winter. Belüften mit der Federzinkenwalze ist dagegen bis in den Oktober unbedenklich.
Wie erkenne ich, ob mein Rasen Filz hat?
Drück die Halme mit den Fingern auseinander und taste bis zum Boden. Eine trockene, schwammige Matte über der Erde ist Filz. Genauer geht es mit einem etwa 10 cm tiefen Spatenstich: Im Profil zeigt sich der Filz als hellbraunes Band unter dem Grün. Bis rund 5 mm ist er unkritisch, ab etwa 10 mm hält er Wasser zurück.
Schadet Vertikutieren dem Rasen?
Richtig eingestellt nicht, zu tief eingestellt erheblich. Bei 2 bis 3 mm werden abgestorbene Fasern herausgeschnitten. Bei -10 oder -12 mm trennen die Messer die flachen Ausläufer, aus denen der Rasen nachwächst — dann bleiben kahle Streifen zurück, die eine ganze Saison brauchen.
Welche Arbeitsbreite brauche ich für meinen Rasen?
Auf offenen, rechteckigen Flächen die grössere: 400 mm decken pro Bahn ein Viertel mehr ab als 320 mm. Auf verwinkelten Flächen mit Bäumen und Beetkanten die schmalere, weil sie mit 9,5 kg statt 12,8 kg leichter zu wenden ist. Entscheidend ist die Zahl der Wendungen, nicht die Bahnbreite.
Lohnt sich ein eigenes Gerät oder reicht Mieten?
Das hängt daran, ob du auch belüften willst. Ein Mietgerät steht für einen Termin im Frühjahr zur Verfügung; die Federzinkenwalze setzt du aber sinnvollerweise mehrfach zwischen März und Oktober ein. Genau dafür sind die sechs Kombigeräte gebaut — ein Gerät, zwei Walzen, werkzeugloser Wechsel.

























