Kettensägenschnitzen

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Lärm, Schweiß und Sägespäne: Die Kunst des Kettensägenschnitzens

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Kettensägen und Kunst – passt das eigentlich zusammen?

Kettensägen und Kunst – passt das eigentlich zusammen? Auf jeden Fall! Kettensägenkünstler verwandeln mit ihrem Werkzeug, der Kettensäge, grobe Holzklötze und Baumstämme in schöne Figuren mit filigranen Details. Das Kettensägen-Schnitzen ist eine relativ neue Kunstform des Schnitzens und es ist besonders großes Geschick gefragt. Die Künstler müssen ihr Arbeitsgerät sicher beherrschen und ein räumliches Vorstellungsvermögen besitzen um dreidimensionale Figuren erschaffen zu können.

Schnitzen (engl. „carving“) ist ein uraltes Handwerk und wird seit Jahrtausenden betrieben. Doch wer ans Schnitzen denkt, hat höchstwahrscheinlich ein kleines Schnitzmesser und ein dazu passendes Stück Holz im Sinn. Beim Motorsägenschnitzen sind Lärm und herumfliegende Sägespäne Realität. Wenn die Kettensäge auf den Werkstoff trifft, duftet es nach Holz und Harz – und natürlich auch nach Benzin. Mit dem extrem kraftvollen Gerät bearbeiten die Künstler präzise das natürliche Material. Ihre Arbeit ist nicht weniger kunstvoll als traditionelles Schnitzen – dafür aber um einiges spektakulärer.
In vielen Regionen gibt es sogar echte Holzskulpturwettbewerbe und Kettensägenwettbewerbe. Hier zeigen die Künstler ihr Können und formen und gestalten Holzskulpturen mit ihrer Kettensäge. Es ist spannend mal selbst dabei zu sein um die Holzkünstler zu beobachten bei ihrer Kunst.

Kettensägenschnitzen
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Nicht jedes Holz ist fürs Schnitzen geeignet

Zum Vorteil der Künstler wurden Kettensägen durch ständige Weiterentwicklung immer leichter und handlicher. Auch spezielle Sägeschienen, so genannte Carving-Schienen, sind heutzutage im Handel erhältlich. Sie haben einen besonders kleinen Radius an der Spitze der Schiene, um Details präzise ausarbeiten zu können.

Generell gilt für den Privatanwender und Hobbygärtner: Grundsätzlich wird davor gewarnt, bei Holzarbeiten die Spitze der Sägeschiene zu verwenden. Denn wenn diese auf einen festen Gegenstand trifft, kann die Motorsäge mit großer Gewalt zurückgeschleudert werden und den Anwender schwer verletzten. (Rückschlag) Um diese Gefahr beim Holzschnitzen zu minimieren, werden die speziellen Carving-Schwerter eingesetzt. Doch nicht nur die richtige Motorsäge mit passender Schiene erleichtert die Schnitzarbeiten, auch die Wahl des Holzes ist entscheidend. Buche und Kirsche sind zum Beispiel ungeeignet, da sie schnell reißen und eine Skulptur so Risse erhalten könnte. Am besten eignen sich Stämme von Eichen, Pappeln und Ulmen.

Kettensägenschnitzen
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Kann ich das Figurensägen lernen?

Wer selbst einmal die Kettensäge schwingen möchte, kann das Figurenschnitzen in speziellen Kursen erlernen. Die Tageskurse oder mehrtägigen Veranstaltungen werden von den Künstlern selbst oder sonstigen Veranstaltern angeboten. Ob sie auch in Ihrer Nähe stattfinden, erfahren Sie am einfachsten durch eine Recherche im Internet. Normalerweise sind keine Vorkenntnisse notwendig. Vielleicht ist das Skulpturenschnitzen mit der Kettensäge genau Ihr Hobby, das in Ihnen schlummert. Vielleicht werden Sie zum nächsten Kettensägen Experten, der solch tollen Holzskulpturen mit der Motorsäge formt.

Wenn Sie ein Angebot eines Künstlers entdeckt haben, erkundigen Sie sich, ob Sie eigene Schutzkleidung, Sägen oder einen Kettensägenführerschein (erfahrungsgemäß nur selten Voraussetzung für einen Kurs) mitbringen müssen und welche Ausrüstung gestellt wird. Im Laufe des Unterrichts ist das Ziel, eine oder mehrere erste und einfache Figuren zu sägen.

Wer sich selbst nicht an die Kettensäge traut, kann Skulpturen natürlich auch direkt bei Künstlern kaufen. Selbst bei eBay werden viele Holzfiguren angeboten. Dabei sollten Sie immer daran denken, dass Holz ein Naturprodukt ist und ständig arbeitet, zum Beispiel, wenn es Feuchtigkeit aufnimmt oder abgibt. Daher verändern sich die Skulpturen mit der Zeit und es können Risse oder Verfärbungen entstehen. Durch Lasieren, Ölen oder Wachsen können diese Veränderungen zwar reduziert werden, ganz verhindern lassen sie sich aber nicht.

Kettensägenschnitzen
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Aus den USA nach Europa

Die ersten Einmann-Motorsägen kamen Ende der 50er Jahre auf den Markt und schon damals begannen die ersten Holzfäller in den USA, mit den Werkzeugen Figuren zu schnitzen. Erst in den 70er Jahren schwappte die Idee rüber nach Europa. Zwar hatten Holzbildhauer die Arbeitsgeräte schon länger für grobe Vorarbeiten genutzt, doch erst mit der Zeit entwickelte sich das reine Kettensägenschnitzen. Ihren Durchbruch feierte die Kunstform in den 80er Jahren bei den „Lumberjack World Championships“ in Hayward, Wisconsin. Sie wurde so bekannt, dass 1987 die erste Weltmeisterschaft im Kettensägenschnitzen veranstaltet wurde. Mittlerweile werden weltweit ähnliche Wettbewerbe ausgetragen.

Was Holz und Eis gemeinsam haben

Holz ist nicht der einzige Werkstoff, der sich zum Schnitzen mit einer Kettensäge eignet. Mit der Kraft des Werkzeugs werden auch Skulpturen aus Eis (Eisskulpturen) erschaffen. Die temporären Kunstwerke entstehen vor allem als Show-Einlage oder Dekoration für Events.

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